Das Material

Übungen des täglichen Lebens

Die Übungen des täglichen Lebens umfassen Übungen des praktischen und des sozialen Lebens. Sie führen modelhaft in Handlungsabläufe des Lebensalltages ein und dienen zugleich der Sinnes- und vor allem der Bewegungserziehung. In den Übungen des sozialen Lebens werden zwischenmenschliche Umgangsformen erschlossen. Gemeinsam mit den Übungen des praktischen Lebens fördern sie sowohl die individuelle wie die soziale Entwicklung des Kindes.

Die Förderung der Handgeschicklichkeit dient außerdem der kognitiven Entwicklung. Montessori wählt Übungen des praktischen Lebens aus, die zum Teil aus der häuslichen Umwelt des Kindes stammen. Durch die heute Technisierung des Haushaltes ist aber die Durchschaubarkeit der Vorgänge geringer. Umso wichtiger ist es, dass dem Kind Tätigkeiten ermöglicht werden, die die Zusammenhänge, Ursachen und Wirkungen erkennen lassen.

Über Analyse und Bewusstwerdung der Einzelheit eines Bewegungsablaufes kommen die Kinder zu Koordination und zur Hamonisierung ihrer Bewegungen. Sie erlangen so einen höheren Grad der Beherrschung ihres Körpers. Sie bauen ihre Person, d.h. Körper, Geist und Seele auf.

Übungen zur Bewegung und Stille

Übungen zur Bewegung und zur Stille gehen ineinander über. Auf Seiten der Bewegungsübungen dient die Übungsreihe des "Gehens auf der Linie" mit ihren ansteigenden Schwierigkeitsgraden vor allem der Verfeinerung von Bewegungs- und Gleichgewichtskoordinationen. Durch ihren ruhigen, gesammelten Bewegungsvollzug vermögen die Übungen jedoch auch insbesondere in bestimmten Variationen, meditativen Charakter anzunehmen.

Stille ist ursprünglich, im Kern ein Phänomen im Umkreis des Hörens, als Gegensatz von Lärm. Lautheit äußere Reize, Stimmen, aber auch als eigenes Leise werden, Schweigen und Lauschen. Die Stille umfasst ihrem Wesen nach allen Sinnen. Auch die Bewegung ist beteiligt, nicht nur um möglichst wenig Geräusche zu verursachen, vielmehr sind es die Bewegungsabläufe selbst - Fortbewegung, Gebärden, alltägliche Handlungen, vie von Hast, Unruhe, oder von ruhigem Rhythmus, Gelöstheit und hier drin von Stille geprägt sind und zur Stille hinführen. Die RuheInsel ist ein wichtiges Element in unserer Arbeit, die Kinder können in dieser Zeit herunterkommen, ruhig werden, sich ausruhen um wieder Kraft zu tanken.

Zu den Schlüsselerfahrungen Montessoris gehört, das bereits jüngere Kindergartenkinder empfänglich und bereit sind für Stille und meditative Übungen wie z.B: das Lauschen auf leise Geräusche, Sie lieben die Stille und lassen sich von ihr beeindrucken.

Das Sinnesmaterial

Die Arbeit mit dem Sinnesmaterial weckt den Geist und öffnet die Sinne. Das besondere Merkmal dieses Materials ist die Isolierung der Sinne (z.B. Gesichtssinn), - der Eigenschaft der Dinge (z.B: Größe, Dicke),- der Schwierigkeiten im Umgang mit dem Material (z.b. Paaren, Kontrastieren, Graduieren). Für jedes Sinnesgebiet gibt es Material mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad.

Das Material hat einen starken Auforderungscharakter, das diesen Interessen entgegenkommt und die Selbstätigkeit des Kindes anregt. Diese Selbstätigkeit, das Auswählen von Material, das Entwickeln von Arbeitsweisen fordert und fördert die geistige Tätigkeit der Kinder. Sie lernen, planen, vorbereiten, einteilen, überschauen, aufeinander abstimmen, Absprachen treffen, mit anderen gemeinsam arbeiten.

 

Wir unterscheiden folgende Sinnesmaterialien:

Material zur Unterscheidung von Dimensionen,

Material für die Sinnesschulung (sehen, hören, schmecken, riechen,fühlen)

Material zur Unterscheidung von geometrischen Formen.

 

Alle Materialien sind miteinander verknüpfbar, bauen aufeinander auf und das Kind kann kreativ damit seinem Bedürfnis nach Ordnung entsprechen. Montessori versteht ihre Sinnesmaterialien als Schlüssel zur Welt und gibt damit dem Kind die Möglichkeit aus der Umwelt ergänzende Dinge zu finden, um damit die Materialien sinnvoll zu ergänzen: z.B. Steine, Schneckenhäuser verschiedener Größen dem Dimensionsmaterial oder dem geometrischen Material zuzuordnen.

Material für Sprache

Die Sprache und die Schrift reichen in alle Bereiche hinein und können nicht isoliert gesehen werden, weil bei allen Tätigkeiten die Sprache ein fester Bestandteil ist. Oberbegriffe, genaue Bezeichnungen für Gegenstände, das Ausdrücken eines Wunsches, Abstufungen beim Sinnesmaterial. Außerdem gibt es zu allen Themen der Gruppe Zuordnungskarten mit dem Schriftbild dazu.

Schriftkarten mit dem Begriff werden den Gegenständen zugeordnet. Lose Buchstaben zum Nachlegen von Worten und Namenskarten der Kinder existieren. Die Kinder wachsen in einer Umwelt auf, wo die Schrift ihnen überall begenet, darum schließen wir sie auch nicht aus ihrem Erlebnisbereich aus.

Die Kinder zeigen schon sehr früh ein Interesse für Buchstaben. Bei uns dürfen sie damit experimentieren wie mit anderen Dingen auch. Das Schriftbild haben die Kinder sehr schnell dem passenden Gegenstand zugeordnet und sind stolz, wenn sie in der Fehlerkontrolle, sie selbst nachsehen könne, erkennen, dass sie alles richtig gelegt haben. Auch hier gilt wieder die freie Entscheidung des Kindes.

Mathematisches Material

Schon früh ist das Interesse für die Zahlen vorhanden. Die Kinder beginnen zu zählen. Sie erkennen und benennen die Mengen und Zahlen. Montessori hat auch hier eine Vielzahl von Materialien entwickelt, die diesem Bedürfnis entsprechen.

Mit den Sandpapierzahlen kann das Kind die Form ertasten und über den taktilen Sinn aufnehmen. Die Namen der Zahlen werden dem Bild der Zahl zugeordnet. Die Reihe von 0 - 9 wird gelegt und durch Zählen kann sich das Kind die Namen in Erinnerung rufen. Hat es den Wunsch, so kann es die Zahlenrolle beginnen.

Diese Arbeit ist eine sehr systematisch aufgebaute Arbeit mit einem großen Erfolgserlebnis.

Sie entspricht genau dem Bedürfnis nach Ordnung, Wiederholung und Bewegung. Außerdem wird das starke Bedürfnis nach richtigem Schreiben und Zählen aufgefangen. Erfolgserlebnis ist, das "Dicker werden" der Rolle und bei Erreichung einer Hunderterzahl, das Auffädeln einer Perle. Bei mathematischen Materialien lässt sich gut beobachten, wie aus einer äußeren Ordnung eine innere Ordnung entsteht.

Kosmische Erziehung

"Am Anfang wollen wir ihnen die ganze Welt geben"(M. Montessori)

Die ganze Welt: Für kleine Kinder ist diese Erde die ganze Welt. Es tastet sich mit seinen Sinnen voran und erschließt sich durch Eigenaktivität und Selbständigkeit seine Umgebung. Alle für den Erwachsenen selbstverständlichen Vorgänge bleiben für Kinder kleine Wunder. Wie lang ist ein Tag? Wann habe ich Geburtstag? Wo wohne ich? Wer gehört zu mir? Wo lebt der Eisbär? Wie wächst aus einem kleinen Kern, ein Baum?

Ehrfurcht vor der Schöpfung, dem Eingebunden sein in der Natur, den Zusammenhängen auf unserer Erde und im Weltall. Entdecken und staunen, Erwachsene und Kinder finden sich wieder im kosmischen Plan.

Raum zum Experimentieren

Körper und Geist entwickeln sich zusammen. Bewegungen bilden das Gehirn aus und bestimmte Fähigkeiten können erlernt werden. Die Bewegung soll immer das Geistige ergänzen und begleiten. Für dieses "tätige bewegende Tun" gibt es viele Möglichkeiten. Ob nun ein Magnet einlädt, alles zu suchen was auch Metall ist, oder viele kleine Glasröhrchen dazu motivieren, aus den Grundfarben neue Farbmischungen entstehen zu lassen.

Am Werktisch kann gehämmert, gebohrt und geschraubt werden. Was schwimmt und was nicht ist eine Frage, mit der sich die Kinder gerne auseinander setzten.

Verschiedene Schlüssel brauchen das passende Schloss. Wie viele Perlen frisst ein Tennisball?

Wie erreiche ich auf der Waage das Gleichgewicht der beiden Körbe und wie wird aus grobem Sand feiner Sand?